Und wie häng ich den Typen jetzt auf? ..Äh?..an?

Hallo Freunde des feuchten plischeplatsches, ich hab mir überlegt jetzt an dieser Stelle öfter mal meine Gedanken zu Sicherheitsrelevanten Dingen niederzuschreiben. Da die ganze Geschichte natürlich nur meine Meinung wiederspiegelt seid ihr hiermit ganz ausdrücklich dazu aufgefordert eure Ansichten zum besten zu geben. Dafür hat unsere Seite hier ein “Kommentieren”-Funktion.(Irgendwo unterhalb von meinem Text.)

Wie der Titel schon verrät geht es heute um das Anhängen eines Springers. An und für sich ja eine einfache Sache. Seil, Springer, Knoten und fertig. Doch wo mach ich den Strick jetzt genau fest und welchen Knoten nehme ich her? Den Fragen wollen wir jetzt ein wenig auf den Grund gehen.

Beim Befestigen gibt es eine feste Grundregel: Den Wurfsack so anleinenen, dass sich das Seil auf alle Fälle beim Betätigen der Notauslösung vom Springer löst. Also: Nicht am Schulterträger oder irgendwelchen Schlaufen der Schwimmweste, sondern NUR an einem Brustgurt mit Panikauslösung. Eigentlich Basics die jedem Paddler bekannt sein sollten, aber ich schreibe es der Vollständigkeit halber noch einmal dazu.

Beherzigt man dies gibt es drei klassische Varianten den Strick fest zu machen:

1. Ring der am Brustgurt der Schwimmweste befestigt ist.

sackEingehaengt

Die vermutlich klassischste Variante. An einer Schwimmweste ohne Cowtail meiner Meinung nach die beste Variante den Springer fest zu machen. Der Ringfädelt sich beim Betätigen der Notauslösung aus und der Schwimmer ist frei. Ein eingehängter Karabiner kann sich normalerweise nicht an der Schwimmweste festhaken. Kurz gesagt: Einfach, erprobt, funktioniert.

Etwas anders sieht die Sache aus wenn ein Cowtail im Spiel ist. Das Cowtail ist in diesem Fall ebenfalls fest mit diesem Ring verbunden. Beim Betätigen der Notauslösung muss also gewährleistet sein dass der Karabiner des Cowtails sich auf jeden Fall von der Schwimmweste löst. Die allermeisten Wildwasserschwimmwesten haben einen Karabinerpark der die Auslösung garantiert. Nichtsdestotrotz besteht hier bei Fehlbedienung die Gefahr dass sich das Cowtail nicht von der Schwimmweste trennt.

2. Schraubkarabiner der direkt in den Brustgurt der Weste eingeklinkt ist.

schrauberEingehaengt

Wird oft benutzt, damit man das Cowtail abnehmen kann ohne den Gurt der Schwimmweste auszufädeln. Das bringt folgendes Problem mit sich: Wenn sich der Karabiner im Laufe der Zeit aufschraubt kann er sich leicht in einer der Schlaufen der Schwimmweste verhaken. In diesem Fall ist eine Notauslösung nicht mehr möglich. Ausser dem ist es in Nottfallsituation schnell passiert, dass man vergisst den Karabiner zu schließen, oder jemand macht es einfach falsch nach und benutzt einen normalen Karabiner. Eindeutig Gründe warum ich hiervon abrate.

3. Am Karabiner des Cowtails.

angehaengt

Für Westen mit Cowtail ist das mein Favorit. Weshalb? Wenn man vor der Befahrung einer Stelle einen Springer aufbaut hat man genug Zeit sich zu überlegen ob man alles richtig gemacht hat und ob eine funktionierende Notauslösung gewährleistet ist. Oft nimmt man den Springer jedoch erst dann an die Leine wenn der Unfall schon passiert ist. In diesem Fall ist man unter Zeitdruck und die Wahrscheinlichkeit einen Fehler zu machen steigt stark an. Das Einklinken des Wurfsacks in den Cowtail ist denkbar einfach und intuitiv und es ist fast ausgeschlossen einen Fehler zu machen.

Desweiteren stellt sich noch die Frage wie man den Wurfsack am Springer befestigt.  Also, welches Ende des Wurfsacks nehme ich her und was mache ich wenn das Seil keinen Knoten am Ende hat? (Oh, die fiese Clean Line)

Die vermutlich beste Option ist es, das Ende mit dem Sack am Springer zu befestigen.

sackEingehaengt

Gerade bei Säcken mit Clean Line ist die Gefahr dass sich das lose Ende des Sacks irgendwo verhängt deutlich geringer als wenn man den Ganzen Beutel hinterherzieht. Das geht ganz einfach: Schlaufe, Karabiner, Springer und fertig. Allerdings hat vermutlich kaum jemand Lust jedesmal wenn er einen Springer aufbaut den gesamten Wurfsack neu zu stopfen. Deshalb wird am Bach meistens doch das lose Ende zum Anseilen verwendet. Finde ich auch nicht schlimm. Lieber so rum anseilen als auf den Springer zu verzichten weil einem das ewige Stopfen auf den Senkel geht.  Auch hier gibt es wieder zwei übliche Fälle:

1. Wurfsack mit Schlaufe

Wunderbar, hier ist es einfach. Sack, Karabiner, Springer und fertig.

2. Clean Line

Oh, fiese Nummer. Jetzt müssen wir einen Knoten finden (binden) der nach Möglichkeit auch noch halten sollte. Eigentlich wollte ich euch an dieser Stelle den Mastwurf empfehlen.

Aber dann bin ich nach Rücksprache mit Anna (die ja quasi hauptberufliche Expertin ist) drauf gekommen dass der eigentlich gar nicht so arg geeignet ist. Wenn er nicht belastet ist (was beim Springereinsatz ja der Fall ist) kann er sich nämlich lösen. Also müssen wir uns einen anderen Knoten suchen: Und siehe da, Schon einen gefunden. Der Achter.

achterFest

Ist einfach zu machen, tausendfach im Klettersport erprobt und hält. Ausserdem lässt er sich im Vergleich zum Sackstich deutlich leichter lösen.

Hier nochmal die Handlungsanweisung je nach Usecase in Kurzform:

Ohne Cowtail:
Wurfsack mit Karabiner in den Ring am Brustgurt der Schwimmweste einhängen.
Mit Cowtail:
Wurfsack direkt in den Karabiner des Cowtails einklinken.

Alternativ geht auch dieser Knoten: Er wird um den Hals des Schwimmers gelegt, zieht sich unter Belastung zu und stellt somit sicher dass ein unbeabsichtigter Verlust des Schwimmers fast ausgeschlossen ist.

Naja, da schreib ich und schreib ich und im Endeffekt haben wir gerade mal einen Typen am Seil fest gemacht. Wenn jemand ein schönes Foto hat das man hier mit dazu machen kann kann wäre es super wenn ihr es mir einfach schickt. Dann wird es noch reingebaut in den Artikel. Einfach an matstoeckl bei gockel mehl dot kom schicken. (Haha, da haben wir ein kleines Rätselspiel mit eingebaut)

Wie gesagt sind Kritik, Anregung und Beschimpfungen in jeder Form willkommen.

2 Gedanken zu „Und wie häng ich den Typen jetzt auf? ..Äh?..an?

  1. Sebi Bauer

    Zu
    > Mit Cowtail:
    > Wurfsack direkt in den Karabiner des Cowtails einklinken.
    beziehungsweise Punkt 3: Am Karabiner des Cowtails

    Hier ist wichtig, dass der Karabiner, der am Cowtail ist auch tatsächlich ein Schrauber ist. Teilweise werden die Cowtails mit einem “Paddelkarabiner” ausgeliefert, was dem nicht gerade entgegenkommt. Ansonsten zwei Karabiner gegenläufig in die Cowtail-Schlinge! Das klappt aber nicht immer, da die Schlinge nicht unbedingt groß genug für zwei Karabiner ist. Also dann lieber gleich einen Schrauber in den Cowtail.

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