Übernahme des Bewusstlosen am Ufer

Safety Update 2013 – Bewusstlosenbergung

Station: Bewusstlosenbergung
An dieser Station ging es um die Bergung eines bewusstlosen Schwimmers
durch den im Kajak sitzenden Retter. In unterschiedlichen Szenarien
wurden Bergesituation durchgespielt. Zur Verfügung stand ein gefüllter
Trockensack mit Schwimmweste als Attrappe und freiwillige Schwimmer.

Im Vordergrund standen folgende Fragestellungen:
– Wie nähere ich mich der Person (einzeln/als Gruppe)?
– Wie nutze ich die Strömung zum Transport?
– Wie bringe ich die Person an Land?
– Passt unsere Ausrüstung?

Diskussionspunkte + Anregungen
Einzige Möglichkeit eine bewusstlose Person zu bergen, ist die Rettung mit
Cowtail. Dabei muss jeder selbst die Situation einschätzen. Eigenschutz
geht vor. Gruppenkonstellation bei der Planung der Bergung einbeziehen und
auch bei simplen Bergemanöver mal die schwächeren der Gruppe heranziehen.
Es zeigte sich, dass Leute mit kleinen Händen bereits mit dem
Paddeltransport überfordert sind (zwei Schäfte sind zu groß). Sind Paddler
immer mit guten Paddlern unterwegs, kommen sie nie selbst zum Retten und
irgendwann stehen sie dann vor der Situation ohne je geübt zu haben. Alle
sollten mal üben!

Ergebnisse: Cowtail (Befestigung + Auslösen)
1. Am Cowtail sollte sich ein Paddelkarabiner befinden, kein
Schraubkarabiner
2. Das Cowtail ist mit einem runden Ring am Brustgurt befestigt.
D-Ring hat geringere Bruchlast.
3. Wie hoch ist die Bruchlast eines Cowtails?
4. Vielen bereitet das Lösen des Karabiners aus der Materialschlaufe
Probleme. Beste Lösung angesägter Plastik-D-Ring, der häufiger ausgetauscht
werden muss (wird laberig mit der Zeit). Schlaufen-Lösungen eher
unpraktisch und werden oft zu fest gezogen. Probieren und Üben, ob man das eigene Cowtail ausgelöst bekommt.

Ergebnisse: Cowtail (Anfahren)
1. Auslösen des Cowtail bereits im Kehrwasser vor dem Anfahren
2. Paddelkarabiner in Hand nehmen, um Daumen legen und damit Paddeln.
Das spart Zeit beim späteren Einklinken. In der Strömung ist jede
Millisekunde wichtig, denn alles bewegt sich.
3. Üben

Ergebnisse: Bergung + Einklinken
1. Bergung alleine aus Strömung quasi unmöglich. Spätestens an Land
zweite Person nötig.
2. Anpaddeln in zweier Teams mit Backup Lösung. Ein Paddler schaut
immer welches Kehrwasser wohl angefahren wird und bereitet dort das Anlegen vor.
3. Dreht man die Person, die man bergen will erst um?

Ergebnisse: Materialdiskussion
1. In zahlreichen Unfallsituationen hat sich gezeigt, dass das
Prinzip unser jetzigen Schwimmwesten nicht funktioniert. Bei Belastung an
den Schultergurten und gleichzeitigem Verlust der Körperspannung werden
diese einfach über den Kopf ausgezogen. Ist die Schwimmweste ausgezogen,
fehlt ein Angriffspunkt für die Bergung. Außerdem wird der Körper unter
Wasser gezogen. Lösung wäre ein Prinzip aus Schwimmweste und Sitzgurt, dazu
ist eine Manipulation der Spritzdecke oder Paddeljacke nötig.
Arbeitsgruppe kümmert sich um Details.

Paddelpfötchen sind ein Risiko. Das Handling mit Paddel, Pfötchen und
Karabiner ist sehr schwierig.

Bericht Safety Update 2013 auf 4-paddlers.com

Text: S. Lüke
Foto: M. Wellein

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