Erste Hilfe Set

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  • #3814

    stoiber
    Key Master

    In diesem Thread gehts darum mal zu sammeln was sinnvollerweise in einem Erste Hilfe Paket fürs Paddeln drin sein soll. Hat seinen Anfang per email genommen, deshalb hab ich jetzt mal alles zusammenkopiert.

    Hier das Anfangsmail von Ursel:

    > mit den Erste-Hilfe-Packs ist das so ne sache.

    > Der Rettungsdienst ist ziemlich unflexibel und altmodisch,

    > dementsprechend gibt es Vorschriften für Erste-Hilfe-Packs,

    > die ich für mich persönlich nicht umsetzen würde.

    > Also kann ich schlecht „offizielle“ Vorschläge machen.

    >

    > Hier mal ein Überblick, was ich (immer) mit habe:

    > Dreieck-Tuch

    > Rettungsdecke gold/silber

    > Schmerzmittel und Arnica-Globoli

    > Mullkompressen 7.5×7,5 cm steril

    > Elastische Wickel

    > Pflasterrolle (aber am Bach ist Duck-Tape noch besser)

    > Steri-Strips

    > Sterile Pflaster (sog. Selbstklebende Wundverbände)

    > Sicherheitsnadeln

    > Kleine Verbandschere

    > Für alle anderen sollte natürlich noch die Reanimationsrichtlinie dabei

    > liegen.

    >

    > Was ich mir vielleicht mal zulegen könnte:

    > Desinfektionstücher

    > Einmal-Handschuhe

    >

    > Was ich nicht habe ist

    > – das „Beatmungstuch“: halte ich für sehr unpraktisch bei

    > Ertrinkungsunfällen.

    > Man könnte eine Beatmungsmaske einpacken, die nimmt aber

    > viel Platz weg. Ich behaupte immer noch, ich würde jeden

    > Paddler der’s nötig hat auch ohne Hygiene-Schutz beatmen.

    > – Brandwundengel (ist in den größeren Packs meist dabei)

    >

    > Verpackung:

    > Ich habe immer alles in einer Ortlieb-Klarsicht-Wasserdicht-Packung DIN A

    > 5, und dass dann noch in meinem wasserdichten Roll-Beutel im Boot.

    > Dann wird nix nass, wenn ich den Müsli-Riegel oder sonst was raushole.

    >

    > Soweit meine „Liste“, jetzt darf diskutiert werden!!!!

    >

    >

    > Kosten:

    > Die Ortlieb-Hülle kostet alleine schon 12,- Euro oder so.

    > Rettungsdecke ca. 3,-,

    > Dreieck-tuch ???? Vielleicht 2 oder 5 Euro???

    > Wickel, Pflaster, Steristrips etc. kann ich natürlich super-günstig

    > besorgen. Sollte man auch nicht zu viel dabei haben: muss in 1-2 Jahren

    > aufgebraucht Werden, sonst kleben die Pflaster nicht mehr gut.

    >

    > Naja, und im Urlaubsgepäck habe ich persönlich natürlich noch so ein paar

    > andere Feinheiten:

    > Infusion, Fibrinkleber, Nahtmaterial J

    >

    #4505

    stoiber
    Key Master

    Mail von Sebi:

    Servus Jungens,

    ich würde vorschlagen etwa ein 1st aid pack pro 4/5 Mann.

    Hier die erste Iteration:

    nach wie vor:

    o Handy mit gutem Akku, ausgeschaltet im Boot

    o paar Müsliriegel für Leute die das Frühstück verplant haben und denen nun

    der Saft ausgeht

    o Seilmesser (noch zu diskutieren: anbinden oder lose in der

    Schwimmwestentasche oder Sollbruchstelle…)

    1st Aid Pack:

    o Rettungsdecke gold/silber

    o 2x Mullkompressen 7.5×7,5 cm steril

    o 1x Elastische Wickel und 3x Klammern

    o 1m Duck-Tape o. ä.

    o 5x Steri-Strips

    o 3x Sterile Pflaster (sog. Selbstklebende Wundverbände) Da gibts

    unterschiedliche Größen, ein paar große und paar kleine

    o Reanimationsrichtlinie (da gabs doch mal so ne praktische Plastik-Karte! Die

    sollte man irgendwie reproduzieren?! Lt. letztem )

    o Kanülen (supergeil zum rauspopeln von irgendwelchen Splittern, Glas usw.

    durch die superscharfe und sehr präzise 3mm Klinge an der Kanülenspitze )

    o Streichhölzer (da kann man zur Not mal a Feuerl machen, falls was nicht wie

    geplant läuft)

    o Schmerzmittel (s. u.)

    Schmerzmittel:

    Was ich auf die Schnelle rausbekommen hab:

    o wohl am besten Paracetamol 500, ist rezeptfrei, macht nicht müde oder

    ähnliches

    o andere Möglichkeit wäre Diclofenac, ist aber eher für

    muskuläre/Gelenk/Entzündungs-Probleme, da scheint PCM universeller

    o Dosierungsempfehlung und max. Dosierung mit draufschreiben

    o Mörderschmerzmittel wie Tramadol (gehört zu den Opioiden) sind zwar zur

    Stillung von starken Schmerzen geeignet, können aber zu Verwirrtheit,

    Schläfrigkeit u. ä. führen. Bei der weiteren Fortbewegung also eher

    gefährlich.

    raus:

    - Dreieck-Tuch

    - Einmal-Handschuhe

    - Desinfektionstücher (dann lieber konzentriertes Zeug)

    - Kleine Verbandschere (stattdessen lieber ein sinnvolles Messer)

    - Sicherheitsnadeln

    optional:

    Ziploc-Tüten, dann ist nicht gleich alles unter Wasser wenn man mit nassen

    Händen mal nachm Handy greift, dann gammelt da auch nix.

    Hat jemand Erfahrung mit den Ortlieb-Rollverschlüsseln der 1st Add Packs? Ich

    hab bisher mit Rollverschlüssen ohne Zip die Erfahrung gemacht, dass es

    langfristig reinsifft. Also vlt. eher Köfferchen.

    #4506

    stoiber
    Key Master

    Boby sagt:

    rollverschluss langfristig tatsächlich siffig. was hält ist einfacher packsack mit mehr “wicklungen” vor verschluss.

    #4507

    stoiber
    Key Master

    und finallement mein Text:

    Servus,

    da ist ja schon viel wertvoller Input. Finde die Inhaltslisten soweit ziemlich gut.

    Paar Kommentare:

    Inhalt:

    - die Arnikakügelchen könnte man auch durch einen Rosenkranz austauschen, deshalb kann man die zu Hause lassen ;)

    - Brandwundenverbandstücher (steril) sind gut um größere Pizzaartige Hautabschürfungen abzudecken. Wenn es jemand wo drüber zieht oder wer aus der Felswand abschmiert, usw.

    - Sicherheitsnadeln: kann man verwenden um bewusstlosen Patienten die man im unwegsamen Gelände transportieren muss die Zunge an die Wange zu piercen, damit sie nicht an ihrem eigenen Zungengrundzurückrutschen ersticken (->sonst ja stabile Seitenlage). Ist aber nur Hörensagen …

    Taktik:

    - Ein erste Hilfe Paket pro Gruppe ist zu wenig. 1) Wenn in einem Boot, kann das Boot abschwimmen und weg sein 2) Selbst wenn an einer Person, kann die zu weit weg sein (flussab durch Felswand getrennt o.Ä.).

    Korrekt wäre es eigentlich, wenn jedeR was mit hat, oder zumindest 2 Sets in der Gruppe sind.

    Messer:

    kann man an der Schwimmweste sichern, und meinetwegen mit einer sehr kurzen Schlaufe an der Hand während dem Einsatz, aber eine lange Schnur von der Weste zum Messer hat find ich im Fliesswasser nix verloren.

    so, bitte, es darf diskutiert werden!

    #4508

    fauxlaf
    Participant

    Denk jeder sollte selbst entscheiden.

    Auch wenns den Bayern mit Rosenkränzen taugt.

    #4509

    Sebi Bauer
    Participant

    Hey Fauxi,

    keine Angst, auch wenn die Bayern evtl. in der Überzahl sind, es wird Dich keiner zwingen einen Rosenkranz einzupackeln! Das ist eigentlich eher wie beim Wurfsack: Die Bayern nehmen dann für Dich einen mit…

    Ansonsten denke ich sollten wir hier diskutieren, was ein guter Verfechter-weiter MINDESTstandard wäre. Den Rosenkranz darf dann jeder selber noch dazupacken.

    Also Sicherheitsnadeln noch dazu?

    Dann bräuchten wir aber noch jemanden, der sich samt Zuge und Wange zum Üben beim Update zu Verfügung stellt. Gibts noch ne andere sinnvolle Verwendung?

    Ich hatte viele Jahre noch so eine gut anpassbare Aluminiumschiene dabei (Samsplit hieß das Produkt glaub ich), braucht aber sehr viel Platz und kann wahrscheinlich mit etwas Bastelei auch aus Holz und Klebeband einigermaßen ersetzt werden. Von daher muss die hier nicht mit rein.

    Wie siehts mit der Verpackung aus?

    Nach Bobys Hinweis halten die Ortlieb-Verpackungen wohl nicht perfekt dicht. Sonst hier jemand Erfahrungen? Ansonsten wären wohl so 1,5l Packsäcke von Ortlieb (Packsack PS 10) ganz gut (wenn auch alles andere als billig).

    Guatnacht Jungs und Medels!

    Sebi

    #4510

    stoiber
    Key Master

    ja natürlich hat der Fauxi recht, über die Zusätze sollte jeder selber entscheiden! Bei Rosenkranzzwang müsste ich glaub ich auch aus der Paddelsekte austreten.

    Sicherheitsnadeln – ich weiss es auch nicht. Vielleicht fragen wir anders herum, welche Lösung gibts denn wenn man jemanden nicht in stabile Seitenlage bringen kann, die Person aber bewusstlos ist und zB auch Erbrechungsgefahr besteht? Das kann ja auch Uferbedingt so sein, nicht mal transportbedingt.

    Kann sich da jemand von euch schlau machen?

    Samsplint: würde sagen klassisches Extrazubehör für entlegene Gebiete, nix fürs Standardset.

    Verpackung:

    Zitat von Kay

    “Bzgl. des First-Aid pack

    Habe super gute Erfahrung mit Ziplocktüten wären meiner Zeit als Raftguide gemacht.

    Da kann man das ganze Zeug locker eine Sasion lang drin lassen ohne das was passiert.

    Ausserdem kann man sie gut beschriften mit dem was drin ist und ein bisschen auf verschiedene Tüten aufteilen damit man keinen Puff im Pelicase oder Packbeutel hat. Nur mal so am Rande.”

    Wahrscheinlich ist diese Methode auch für Leute geeignet, die Wohnort- oder Szenebedingt keine Angst davor haben müssen in ihrem Pelicase einen Puff vorzufinden.

    Also Ziplock und dann in einen kleinen dünnen Trockenpacksack. Reicht dann aus, den Trockenpacksack ab und zu aufzumachen wegen dem “Safteln”, aber der Inhalt bleibt Ziplocktrocken. Wurde ja auch von Sebi schon so vorgeschlagen. (?)

    Andere Frage, haut etwas in die Schiene von Rosenkranz / Globuli / Müsliriegel.

    Ein Thema bei Kajak Erste Hilfe ist ja auch die psychologische Hilfe. Kann ich jemanden den es gerade zerlegt hat soweit motiviert bekommen, zumindest bis zum nächsten gscheiten Ausstieg weiterzupaddeln – und so eine komplizierte Bergung vermeiden?

    Zucker scheint ja auf jeden Fall entspannend zu wirken (Schokolade/Gummibärchen). Schnaps ist wohl nicht optimal. Bei Nichtrauchern mag auch eine Dosis Nikotin ganz gut reinballern (vielleicht etwas Snus im Set?). Was habt ihr da für Erfahrungen und Methoden?

    Auch wenn solche Sachen irgendwie optional erscheinen, finde ich sollte im Zweifelsfall *zumindest* die unkonkrete Empfehlung sein, *irgendwas* auch psychisch aufbauendes (und wenns nur Placebo oder umstrittene Artikel wie Rosenkränze ;) sind, ist ja egal, hauptsache es wirkt bei den MitpaddlerInnen) dabeizuhaben.

    #4511

    Sebi Bauer
    Participant

    Servus,

    hier nochmal das Thema Schmerzmittel. Sicherlich ein interessantes, wenn auch etwas kritisches Thema. Von der Idee her muss es so sein, dass jeder für sich weiß was er im Fall der Fälle max. einwerfen würde. Die Fälle wo man wirklich dazu gezwungen ist, sind sicherlich sehr selten. Trotzdem hier ein kleiner Überblick zur Diskussion:

    Paracetamol bringt so gut wie nix, rezeptfrei.

    Diclofenac von der Schmerzlinderung in ähnlicher Klasse wie Paracetamol aber für Sportlergebrechen auf jeden Fall besser geeignet als Paracetamol, es wird “.. bei Schmerzen oder Entzündungen, die in Verbindung mit Verletzungen oder Erkrankungen des Bewegungsapparates entstehen.” (wikipedia), rezeptfrei.

    Novalminsulfon, Novalgin, Metamizol:

    Deutlich potenteres Schmerzmittel als Diclo+PCM ohne Beeinflussung der Handlungsfähigkeit (keine Benommenheit usw.). Gibts nur auf Rezept beim Arzt des Vertrauens, fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

    Tramadol:

    Nochmal potenter als Novalgin, gehört allerdings schon zu den Opioiden. Wer vorher seine persönliche Dosis überprüft, kann auch das einsetzen. Gibts nur auf Rezept beim Arzt des Vertrauens, fällt nicht unter das Betäubungsmittelgesetz.

    Fazit:

    Diclo kann sich jeder mal vorsorglich ins Packerl legen. Der Rest ist wohl nur nötig wenn man sich selbst bergen muss (z. B. mit angeknacksten Knöcheln aus der Schlucht paddeln, die weder für Heli noch für Bergrettung zugänglich ist — oder man keine Hilfe erwarten kann). Jeder muss hier selber wissen was er macht.

    In diesem Sinne: Beipackzettel (nicht) lesen und Rosenkranz einpacken!

    Sebi

    #4512

    Sebi Bauer
    Participant

    Und noch was:

    Transport bewußtloser sollter auch mit dem Rautek-Griff erfolgen können. (Helfer fasst unter den Achseln des Bewußtlosen durch und greift dessen vor der Brust verschränkten Arm.) Dabei hängt der Unglückliche ja nach vorne leicht über und die Zunge leicht raus.

    Damit brauchen wir doch keine Testperson mit Zunge und Wange. Wadn Glück!

    Grad hab ich noch irgendwo gelesen “Transport in fixierter, stabilen Seitenlage”.

    Guatnacht,

    Sebi

    #4514

    Sebi Bauer
    Participant

    Einen schönen guten Morgen!

    Hier nun die endgültige Zusammenstellung des Erste Hilfe Packerls.

    Ich werde zum Safety-Update 10 gepackte Erste-Hilfe-Päckchen zusammenbauen (ohne Ortlieb oder Koffer), die könnt ihr dann billig bei mir erwerben.

    1st Aid Pack:

    1x Rettungsdecke gold/silber

    4x Mullkompressen 7.5×7.5 cm steril

    1x Rolle Leukoplast/bißchen Ducktape

    2x Pkg. Steri-Strips (a 3 Streifen)

    2x Fixierbinde (6cm X 4m)

    2x Fixierbinde (8cm X 4m)

    4-8x Wundpflaster (unterschiedliche Größen)

    5x normale (kleine) Pflaster

    1x Reanimationsrichtlinie

    Das ganze perpackt in Ziploc-Tüten.

    Sonstiges Sicherheit (nicht optional):

    o Handy mit gutem Akku, ausgeschaltet im Boot

    o (Seil-)messer (lose in der Schwimmweste)

    Ebenfalls empfehlenswert (optional):

    o Kanülen (supergeil zum rauspopeln von irgendwelchen Splittern, Glas usw.

    durch die superscharfe und sehr präzise 3mm Klinge an der Kanülenspitze )

    o Streichhölzer (da kann man zur Not mal a Feuerl machen, falls was nicht wie

    geplant läuft)

    o Schmerzmittel

    o Handy mit Notrufnummern eingespeichert

    Bis dann,

    Sebi

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